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Herpes genitalis

Herpes genitalis wird vor allem durch Herpes-Simplex-Viren vom Typ 2 (HSV 2) übertragen, und zwar fast immer durch sexuellen Kontakt. Die Infektion äußert sich unter anderem durch schmerzhafte Hautbläschen, Jucken und Kribbeln im Intimbereich


Frauen stecken sich häufiger mit Herpes genitalis an als Männer

Was ist Herpes genitalis?

Herpes genitalis gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Ansteckung erfolgt nahezu immer durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner. Die Infektion wird durch Herpesviren ausgelöst. In 50 bis 70 Prozent der Fälle finden sich Herpes-Simplex-Viren des Typs 2 (HSV 2).

Herpes-Simplex-Viren des Typs 1 (HSV 1) führen dagegen hauptsächlich zum Herpes labialis (Lippenherpes). Der Großteil der Betroffenen infiziert sich schon im Kindesalter. Und zwar – unbemerkt – an den Lippen, im Gesicht, über Speicheltröpfchen oder als „Schmierinfektion“ durch Kontakt mit virushaltiger Bläschenflüssigkeit eines anderen Erkrankten.



UNSER EXPERTE: Professor Dr. med. Dr. med. habil. Ernst-Rainer Weissenbacher, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Die Viren gelangen über kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in den Körper. Sie verweilen lebenslang an ihrem Zielort und können nach der Erstinfektion auch erneut zu Beschwerden führen (rezidivierender Herpes labialis). Frauen infizieren sich im Durchschnitt häufiger als Männer.

Oft verläuft die Infektion ohne jegliche Symptome. Treten jedoch Beschwerden auf, kommt es im Genitalbereich (Scheide, Penis, äußere Geschlechtsorgane) zu einem unangenehmen Kribbeln, Juckreiz, Brennen und verstärktem Ausfluss. Anschließend entstehen an den geröteten Stellen Hautbläschen, die sich mit Flüssigkeit füllen und später verkrusten. Zudem können allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.

Sobald die typischen Symptome auftreten, stellen Herpes genitalis sowie auch Herpes labialis gut erkennbare Krankheitsbilder dar. Um die Diagnose zu sichern, entnimmt der Arzt einen Abstrich. So kann er auch den Erreger nachweisen.

Hat sich eine Schwangere mit den Herpes-Viren angesteckt, kann sie den Erreger während der Geburt auf das Neugeborene übertragen. Für das Kind kann die Infektion sehr gefährlich werden.

Die Behandlung eines Herpes genitalis erfolgt mit virushemmenden Medikamenten (Virustatika) – beispielsweise mit dem Wirkstoff Aciclovir. Rechtzeitig eingesetzt, können die Mittel gegen die Symptome und Beschwerden wirken und als Langzeittherapie die Häufigkeit von Rückfällen (Rezidiven mit erneuter Bläschenbildung) vermindern. Das Virus wird allerdings nicht ausgeschaltet.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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www.apotheken-umschau.de; 02.12.2006, aktualisiert am 27.01.2012
Bildnachweis: Klinikum LMU München, Fotolia/Yuri Arcurs/2010

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